Wie hat ESMA die DEVISENindustrie in Deutschland verändert?

Deutschland ist nicht nur die größte Volkswirtschaft in der gesamten Europäischen Union, sondern es ist auch die Heimat eines der größten Devisenmärkte in Europa, auf dem viele Broker und Handelsanbieter sowohl für Privatanleger als auch für institutionelle Investoren zugänglich sind.

Wie wir ausführlich behandelt haben, hat es in den letzten 12 Monaten eine Reihe von Änderungen in der Art und Weise gegeben, wie Broker den Devisen- und Differenzhandel (CFD) in der EU Kleinanlegern anbieten können – wie hat sich das auf den deutschen Devisenmarkt ausgewirkt?

Deutschland ist die Stärke der EU
Deutschland ist wohl die wichtigste Volkswirtschaft der EU und wird oft als der Klebstoff betrachtet, der den Block zusammenhält. Das Land verfügt über einen starken Finanzmarkt, auf dem die Frankfurter Börse beheimatet ist – die zehntgrößte Börse der Welt nach Marktkapitalisierung.

In Deutschland bevorzugen Händler Indizes und wichtige Devisenpaare, so David Hodge, Chief Executive Officer EMEA und Chief Marketing Officer von OANDA.

Im Gespräch mit Finance Magnates sagte Hodge: „In Bezug auf die Indizes sind die beiden wichtigsten gehandelten Denkmittel den Dax, gefolgt von den US 30.“

Deutsche Kleinanleger steigen 2018
Laut dem CFD/FX Report by Investment Trends vom März 2018 stieg die Zahl der deutschen CFD/FX-Händler in den zwölf Monaten bis März 2018 um 23 Prozent auf 76.000.

Dies ist das größte jährliche Wachstum für Deutschland seit sieben Jahren, als die Studie 2012 begann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass der Zeitraum in diesem Bericht vor der Umsetzung der Hebel- und Vermarktungsbeschränkungen für CFDs und Devisen durch die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) liegt.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass der nächste Bericht, der den betroffenen Zeitraum abdeckt, einen Rückgang der Einzelhandelshändler zeigen wird, die in Deutschland in den Markt eintreten. Aber das wird sich nicht nur auf Deutschland beschränken, sondern in ganz Europa – einschließlich Großbritannien.

Neben der ESMA ist laut Hodge der mobile Handel einer der größten Einflüsse auf den Devisenmarkt in Deutschland.

„Die große Veränderung in den letzten fünf Jahren in Deutschland war der Übergang zum umfassenden Handel auf einem Handy. In der Anfangszeit wurde Mobile sehr stark als eine Möglichkeit genutzt, eine Position zu schließen, wenn Kunden nicht auf dem Desktop waren“, bemerkte Hodge.

„Jetzt, da sich Technologie und 4G-Abdeckung schnell verbessert haben, konnten FX-Broker eine funktionsreiche mobile Handelserfahrung anbieten, die zu einer erheblichen Zunahme der Anzahl von Kundengeschäften geführt hat, die über ein mobiles Gerät ausgeführt werden.“

Beliebteste FX-Instrumente
In Deutschland sind cMC Markets, IG, Comdirect Bank, flatex, WH SelfInvest und Plus500 nach Schätzungen von Finance Magnates Intelligence die fünf größten Broker im Devisen- und CFD-Handelssektor. Sowohl CMC Markets als auch IG sind aufgrund des großen CFD-Handelsvolumens führend.

Tatsächlich ist der deutsche Handelsmarkt ziemlich einzigartig. Dies liegt daran, dass CFDs in vielen Ländern ein Ableger des Devisenhandels waren und nicht umgekehrt. Bei der Beschreibung dieses Phänomens, einige Profis haben sogar forex Handel als das „Gateway“ Medikament zu anderen Anlageklassen bezeichnet. In Deutschland ist das Gegenteil der Fall; forex verdankt seine Weiterentwicklungen der CFD-Industrie.

Laut CMC Markets sind die beliebtesten Deviseninstrumente für deutsche Händler überraschenderweise das Währungspaar EUR/USD und GBP/USD. Interessanterweise steht hinter diesen beiden jedoch das EUR/TRY-Paar, dem der EUR/GBP in Bezug auf die Popularität folgt.

Auch der EUR/USD sei das mit Abstand meistgehandelte Währungspaar deutscher Händler. Er weist jedoch darauf hin, dass das zweithäufigste Währungspaar EUR/GBP ist.

Broker spüren den Schmerz der Maßnahmen der ESMA
Wie Finanzmagnaten ausführlich berichtet haben, haben seit der Umsetzung der Vorschriften im August 2018 viele Makler gelitten. Dazu gehören geringere Gewinne aufgrund erhöhter Regulierungskosten, geringerer Marktvolatilität und eines Rückgangs der Einzelhandelsgeschäfte.

Derzeit sind diese Maßnahmen nur „vorübergehend“, da die Regulierungsbehörde die Beschränkungen noch nicht dauerhaft gemacht hat. Es wird jedoch allgemein erwartet, dass der Wächter die Maßnahmen auf unbestimmte Zeit verlängern wird, bis er die Gesetze schließlich dauerhaft macht.

Für deutsche Makler und Händler sind alle Hoffnungen auf eine Aufhebung der Beschränkungen so gut wie zerstört. Wie Die Finanzmagnaten im vergangenen Jahr mitteilten, kündigte die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) an, die Produktinterventionsmaßnahmen der ESMA 2019 dauerhaft zu gestalten.

CMC Markets glaubt, dass es trotz ESMA noch Chancen gibt
CMC Markets ist einer der größten Broker in Deutschland. Obwohl der Broker nicht konkret dazu Stellung nehmen wollte, wie sich die Maßnahmen der ESMA auf das Geschäft in Deutschland in Bezug auf die Anzahl der Kunden ausgewirkt haben, verwies er auf sein Anfang April über die London Stock Exchange (LSE) veröffentlichtes Handelsupdate.

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