Sind Turbo-Zertifikate die Antwort auf CFD-Beschränkungen?

Könnte ein anderes Anlageprodukt – Turbozertifikate – ein anderes Anlageprodukt – Turbozertifikate – an seine Stelle treten, da Hebelbeschränkungen für Differenzkontrakte (CFDs) in ganz Europa und andere Rechtsordnungen, die diesem Beispiel folgen wollen, an ihre Stelle treten– Turbozertifikate?

Turbo-Zertifikate, die nicht unter die Verordnung der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) fallen, ähneln CFDs, weisen jedoch einige Unterscheidungsmerkmale auf.

Turbos vs. CFDs: die Unterschiede
Turbo-Zertifikate und CFDs handeln beide mit Leverage, und mit Ausnahme von CFDs auf Futures haben sie kein Ablaufdatum. Zertifikate sind jedoch strukturierte Produkte, deren Aufwärtsrendite eine Ableitung des zugrunde liegenden Wertpapiers ist und eine garantierte Rendite bietet.

Turbo-Zertifikate ermöglichen es Händlern, mit Hebelwirkung Geld aus Marktschwankungen zu verdienen, sie haben einen eingebauten Stop-Loss und Positionen werden automatisch geschlossen, sobald ein vorgegebenes Preisniveau erreicht ist. Turbo Long Zertifikate können Beispielsweise von steigenden Preisen profitieren, während Turbo Short-Zertifikate von fallenden Preisen profitieren.

Insbesondere CFDs sind näher an Futures mit dem Risiko unbegrenzter Verluste, wenn die Preise gegen den Investor bewegen; Turbo-Zertifikate sind näher an Optionen, bei denen der Verlust effektiv auf die gezahlte Prämie beschränkt ist.

Wie Mazhar Manzoor, Director of Risk, Regulation & Financial Crime bei ESMA Compliance Consultants, hervorhebt, verfügen Turbo-Zertifikate über folgende Produkteigenschaften:

Turbozertifikate gelten als übertragbare Sicherheit im Sinne von Artikel 4 Absatz 1 Absatz 44 Buchstabe c) MiFID;
Turbozertifikate werden in der Regel an einem geregelten Markt oder einem multilateralen Handelssystem (MTF) notiert und gehandelt, das zusätzliche Transparenzanforderungen enthält;
Turbo-Zertifikate sind keine Margin-Produkte, d. h. Anleger kaufen das Turbo-Zertifikat und werden für den Vertragsabschluss mit Transaktionsgebühren belastet;
Turbo-Zertifikate haben keine Eventualhaftung für den Privatkunden, d. h. nach dem Kauf des Produkts kann der Privatkunden nicht für eine weitere Zahlung haften, wenn die Transaktion abgeschlossen ist oder die Position geschlossen wird (außer der Provision, Transaktionsgebühren oder andere damit verbundene Kosten);

Strukturierte Finanzprodukte fallen auch nicht in den Anwendungsbereich der binären Optionen oder CFD-Entscheidungen der ESMA.

Aufsichtsbehörden behalten Turbo-Zertifikate im Auge
In einigen Ländern Europas, wie Deutschland, Belgien und Österreich, sind Zertifikate ein alteingesessenes Produkt und ein Kernangebot von Banken. Jedoch, zunehmend, Makler, die traditionell Forex und CFDs angeboten haben in diesen Raum ein.

Die Bewegung hat die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden erregt. Bislang bleiben sie jedoch außerhalb des Anwendungsbereichs der europäischen Hebelbeschränkungen.

Die Financial Conduct Authority (FCA) teilte ihre Besorgnis über den Anstieg ähnlicher Produkte wie CFDs, die Kleinanlegern mit höherer Hebelwirkung angeboten werden. Die Regulierungsbehörde ist nämlich der Ansicht, dass Produkte, die Ähnlichkeiten mit CFDs aufweisen, immer noch zu erheblichen Verlusten für Privatkunden führen könnten.

Zur Zunahme der Turbo-Zertifikate sagte die britische Regulierungsbehörde im vergangenen Jahr: „Wir werden daher mit der ESMA und anderen europäischen Regulierungsbehörden zusammenarbeiten, um den Verkauf dieser alternativen, spekulativen Produkte an Privatkunden zu überwachen und zu bewerten. Wenn wir Beweise dafür haben, dass diese Produkte ähnliche Schäden verursachen, werden wir mit der ESMA zusammenarbeiten und erforderlichenfalls weitere Maßnahmen zur Ausweitung des Umfangs ihrer Intervention unterstützen.“

Die ESMA erklärte hingegen, dass das Anlageprodukt von den Beschränkungen ausgenommen sei, da es unterschiedliche Produktmerkmale habe. Turbos sind keine Margenprodukte, und Investoren können die Hebelwirkung des Turbo-Zertifikats nicht ändern, sie haben keine Eventualhaftung für Privatkunden, und sie sind in der Regel an einem geregelten Markt oder MTF notiert und gehandelt.

Wer bietet Turbo-Zertifikate an?
Das Produkt wird nicht weit von Brokern angeboten. Im Forex-Bereich ist eine der Hauptakteure, die Turbo-Zertifikate anbieten, die IG Group. Wie Finance Magnates mitteilte, hat das Unternehmen das Turbo24-On-Venue-Produkt seiner Tochtergesellschaft in Frankfurt – Spectrum, einem MTF, angeboten.

Obwohl zunächst Turbo-Garantien für Indizes, Währungen und Rohstoffe angeboten werden, werden mittel- und langfristig neue Produkte hinzukommen, da mehr Teilnehmer an DenRandgebern mit ins Boot geholt werden. Laut einem kürzlich veröffentlichten Handelsupdate war die anfängliche Aufnahme vielversprechend, und rund 700 Kunden haben seit ihrer Einführung im Oktober Turbo24 gehandelt.

Neben der IG Group bieten weitere Anbieter Zertifikate an, darunter europäische Großbanken wie Raiffeisen, Commerzbank und Erste Group.

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